Ich beobachte immer wieder, wie in der DIY-Welt gekauft wird, ohne dass jemand wirklich innehält, um sich zu fragen, ob das alles überhaupt nötig ist – neue Wolle hier, ein Stoffpaket da, Nadeln, Garne, Werkzeuge, alles so schön, so verlockend, so inspirierend auf den ersten Blick, aber eben auch Ausdruck eines Musters, das sich durchzieht: dem ständigen „Mehr“, das in einer Szene, die eigentlich vom Selbermachen lebt, längst zum Selbstläufer geworden ist. Doch genau da setze ich an. Ich Bin Antje, die Textilrebellin.
Ich möchte es anders machen. Ich will nicht länger einfach nur Teil einer Bewegung sein, die unbewusst in die gleiche Richtung läuft wie der Rest der Konsumgesellschaft – immer auf der Suche nach Neuem, obwohl die Regale längst voll sind. Ich will, dass meine Projekte Sinn haben, dass sie Freude machen, dass sie unsere Ressourcen respektieren und das sichtbar machen, was viele längst vergessen haben: Wir haben so viel. Und wir nutzen es so wenig.
Warum ich Textilrebellin bin
Für mich geht es um alle Arten von Textilien, nicht nur um Wolle oder Stoff im klassischen Sinne. Ich sehe in jedem Material einen Wert, in jedem Stück Geschichte, in jedem Faden eine Möglichkeit. Egal ob Garnreste, alte Bettwäsche, Jeans, Vorhänge oder handgestrickte Pullover, die ihr erstes Leben längst hinter sich haben – alles kann zu etwas Neuem werden, wenn man bereit ist, es zu sehen.

Ich nenne mich Textilrebellin, weil ich mich genau gegen dieses gedankenlose Weiterkaufen auflehne, das so viele Kreative – oft aus purer Begeisterung – in eine Art Materialspirale zieht. Wie oft höre ich Sätze wie „Die Wolle war einfach zu schön, da konnte ich nicht widerstehen“ oder „Ich bring mir aus jedem Urlaub ein Knäuel mit, als Erinnerung“, oder auch: „Ich hab so viel zuhause, aber das Passende ist nie dabei“. Und ja, ich kenne das alles selbst, ich war da mittendrin, bis ich gemerkt habe, dass diese Haltung nichts mit Kreativität zu tun hat, sondern mit Gewohnheit.
Kreativität beginnt nicht im Einkaufskorb
Ich glaube fest daran, dass wir alle kreativ sein können – nicht, wenn wir Neues kaufen, sondern wenn wir lernen, das Vorhandene mit anderen Augen zu sehen. Textilrebellin zu sein bedeutet für mich nicht, alles perfekt nachhaltig zu machen oder nur noch aus alten Materialien zu arbeiten, sondern bewusst zu wählen, was ich wirklich brauche, und den Rest als Einladung zur Kreativität zu betrachten.
Manchmal ist das Upcycling, manchmal einfach das Weiterdenken, manchmal auch das bewusste Kombinieren von Dingen, die scheinbar nicht zusammenpassen – aber genau da entsteht das, was ich liebe: die Freiheit im Tun. Denn es geht nicht darum, nichts mehr zu kaufen, sondern darum, Verantwortung zu übernehmen für das, was man besitzt.
Textilrebellin sein heißt, nicht perfekt sein zu müssen
Ich will, dass Handarbeit wieder das wird, was sie früher einmal war: Ausdruck von Können, Persönlichkeit und Respekt vor dem Material. Ich will keine perfekten Projekte zeigen, sondern ehrliche. Dinge, die wachsen dürfen, Fehler, die Geschichten erzählen, und Ergebnisse, die mehr sind als hübsch. Textilrebellin zu sein heißt, sich von Perfektion zu lösen, von Trends, von dem Druck, etwas nachzumachen, das in sozialen Medien funktioniert. Es heißt, langsamer zu werden, genauer hinzuschauen, den eigenen Stil zu finden und den Mut zu haben, einfach mal gegen den Strom zu nähen, zu häkeln oder zu stricken.

Und ja, Textilrebellin zu sein heißt auch, sich die Hände schmutzig zu machen, alte Nähte aufzutrennen, Fäden wiederzuverwenden, Garnreste zu sortieren, Stoffe zu waschen, zu flicken, zu veredeln, statt sie zu entsorgen. Es heißt, zu begreifen, dass jedes Stück Stoff, jeder Wollrest, jedes Stück Schnur eine Ressource ist – nicht Ballast.
Materialien mit Geschichte – Quellen für nachhaltiges Handwerk
Wer so arbeitet, lernt irgendwann, dass es gar nicht nötig ist, ständig Neues zu kaufen, weil es genug gibt – wirklich genug. Man findet Material überall, wenn man bereit ist, die Augen zu öffnen: in Verschenkeregalen, auf Flohmärkten, in Secondhandläden, in Haushaltsauflösungen oder in den Schränken unserer Eltern und Großeltern. Manchmal sogar im eigenen Nähkasten. Es geht nur darum, zu erkennen, was da ist, und zu entscheiden, was man daraus macht.
Ich habe irgendwann aufgehört, Material zu sammeln, und angefangen, Geschichten zu sammeln – die Geschichten hinter dem, was ich verarbeite. Die Tischdecke, aus der eine Tasche wurde. Das Garn, das ich aus einem alten Strickprojekt aufgetrennt habe. Der Rest Baumwolle, aus dem ein Spültuch entstand, das längst zum Liebling geworden ist. Das alles sind keine Zufälle, das ist Handwerk mit Haltung.
Textilrebellin – mehr als ein Name
Textilrebellin zu sein heißt für mich, sich bewusst gegen Verschwendung zu stellen, ohne sich selbst zu verlieren. Es heißt, Freude am Tun zu behalten, selbst wenn der Weg länger dauert, wenn das Ergebnis unperfekt ist oder das Material nicht der Norm entspricht. Es heißt, sich selbst zu erlauben, anders zu denken und anders zu schaffen.

Ich bin die Textilrebellin, weil ich glaube, dass Nachhaltigkeit nicht beim Kaufen anfängt, sondern beim Denken. Und weil ich zeigen will, dass man auch in einer lauten, schnellen Welt etwas verändern kann – still, mit Nadel und Faden, Masche für Masche, Stich für Stich.
Wenn du wissen willst, wie das geht – wie du mit deinen eigenen Resten, Stoffen und Garnen neue Lieblingsstücke schaffen kannst, ohne schlechtes Gewissen, ohne Zwang und ohne Verzicht – dann bleib hier. Hier geht es nicht um perfekte Projekte, sondern um ehrliches Handwerk, um Nachhaltigkeit, die greifbar ist, und um Kreativität, die von innen kommt.
Wenn du Lust bekommen hast, selbst aktiv zu werden, findest du auf meiner Website viele Workshops und Anleitungen, die genau zeigen, wie nachhaltiges Handwerk im Alltag funktioniert – vom Stricken über Häkeln bis hin zur Textilreparatur. Schau dich gerne um und lass dich inspirieren: Zu meinen Workshops & Anleitungen.
Und wenn du mir auch hinter die Kulissen schauen möchtest – mit Einblicken in neue Projekte, Resteideen und meine ganz persönliche Art, nachhaltig kreativ zu sein – dann folge mir auf Instagram unter @antje_leymannek.
Mach es nachhaltig. Mach es selbst.
Willkommen in meiner Welt.
