Ich bin definitiv Team letzter Drücker, wenn es um saisonale Deko geht. Bei mir hängt das erste Ei frühestens in der Osterwoche am Strauch – und ehrlich gesagt stört mich das überhaupt nicht. Denn gestrickte Ostereier aus Wollresten sind so ein schönes Last-Minute-Projekt, dass sich der späte Start fast schon lohnt. An einem Abend lassen sich locker zwei oder drei fertigstricken, und weil jedes Ei so klein ist, sind auch winzige Wollreste plötzlich wieder nützlich. Besonders gut eignet sich vierfaches Sockengarn – fein genug für ein gleichmäßiges Strickbild, stabil genug, damit das Ei später seine Form behält.

Was du für die Ostereier brauchst.
Bunte Restwolle, am besten vierfaches Sockengarn, ein passendes Nadelspiel, eine Vernähnadel, eine Schere und etwas Füllwatte. Das war es wirklich – mehr braucht es nicht.
Schritt 1: Maschen anschlagen und zur Runde schließen
Schlage 16 Maschen an – ich mache das immer mit zwei Nadeln gleichzeitig, damit die Maschen schön gleichmäßig werden. Verteile sie dann gleichmäßig auf vier Nadeln und schließe sie zur Runde. Stricke jetzt eine Runde ohne Zunahmen, um die Runde zu stabilisieren. In der Mitte bleibt dabei ein relativ großes Loch – das ist so gewollt, denn du brauchst es später noch zum Füllen.


Schritt 2: Zunahmen stricken
Jetzt beginnen die Zunahmen. Teile die Maschen auf jeder Nadel gedanklich in zwei Hälften und nimm jeweils in der Mitte und am Ende jeder Nadel eine Masche aus dem Querfaden zu – das ergibt pro Runde acht neue Maschen gleichmäßig verteilt. Die Zunahme aus dem Querfaden funktioniert so: Mit der linken Nadel von vorne unter den Querfaden stechen und diesen dann rechts verschränkt abstricken. Nach jeder Zunahmerunde folgt eine Zwischenrunde ohne Zunahmen. Diese beiden Runden wechselst du ab, bis du jeweils zehn Maschen pro Nadel hast. Wer ein größeres Ei stricken möchte, macht einfach mehr Zunahmerunden, wer ein kleineres möchte, hört früher auf.



Schritt 3: Die Höhe stricken
Jetzt strickst du einfach Runden ohne Zunahmen, bis du etwa zwei Drittel der Gesamthöhe des Eis erreicht hast. Wenn du das Ei flach hinlegst, kannst du die Proportionen gut einschätzen und siehst schnell, wann der richtige Moment für die Abnahmen gekommen ist.

Schritt 4: Abnahmen stricken
Für die Abnahmen teilst du die Maschen wieder gedanklich in zwei Hälften und strickst jeweils die beiden Maschen vor der Mitte und die letzten beiden Maschen auf der Nadel zusammen. Das ergibt pro Abnahmerunde wieder acht Maschen weniger, gleichmäßig über alle vier Nadeln verteilt. Nach jeder Abnahmerunde folgenden drei Zwischenrunden ohne Abnahmen. Diesen Wechsel wiederholst du, bis du noch insgesamt acht Maschen auf den Nadeln hast, also zwei pro Nadel.



Schritt 5: Spitze schließen
Schneide den Faden großzügig ab, ziehe ihn auf die Vernähnadel und gehe einmal durch jede verbliebene Masche. Ziehe das Loch damit zu, sichere den Faden und vernähe ihn ins Innere des Eis.


Schritt 6: Ei füllen und unten schließen
Fülle das Ei jetzt durch die Öffnung unten gleichmäßig mit Füllwatte. Dann nimmst du den Anfangsfaden, ziehst ihn auf die Vernähnadel und schließt das untere Loch, indem du von außen in jede Masche einstichst und das Loch zuziehst. Sichere auch hier den Faden und vernähe ihn ins Innere.



Fertig – und an einem Abend bestimmt zwei oder drei Ostereier.
Gestrickte Ostereier sind eines dieser Projekte, bei denen der Aufwand und das Ergebnis in einem wirklich guten Verhältnis zueinander stehen. Kleine Wollreste werden zu etwas, das man tatsächlich benutzt, jedes Ei sieht durch das Garn ein bisschen anders aus, und wenn man erst mal drin ist, strickt man automatisch noch ein zweites und drittes. Das Nadelspiel, die Zunahmen, die Abnahmen – all das ist eine schöne Übung, die sich auch für andere Projekte bezahlt macht.

Noch mehr Ideen für Wollreste?
Wenn du Lust hast, deine Wollreste noch weiter zu verwerten, schau doch mal in meinen Artikel über die Strickliesel-Schleife – auch das ist ein Projekt, das sich schnell fertigmachen lässt und für das du nicht viel brauchst.
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