Der Muttertag steht vor der Tür, und du hast noch nichts in der Hand. Kein Problem, denn für genau diese Situation gibt es drei gestrickte Projekte, die sich in kurzer Zeit fertigstricken lassen, ohne dass man dafür eine Woche freinehmen müsste. Aber bevor wir dazu kommen, möchte ich kurz bei dem bleiben, was der Muttertag für viele Menschen eigentlich ist, nämlich ein Tag, der komplizierter ist, als die Werbebranche uns glauben machen will.
Was der Muttertag mit uns macht
Es gibt Frauen, die diesen Tag mit einem leichten Unbehagen beginnen, weil er sie an etwas erinnert, das sie sich gewünscht haben und nicht bekommen haben. Frauen, die ein Kind verloren haben. Frauen, die keine Kinder wollten und trotzdem jedes Jahr ein bisschen erklären müssen, warum. Frauen, deren Mütter nicht mehr da sind, oder die eine schwierige Beziehung zu ihrer Mutter haben, die sich nicht in einem Blumenstrauß auflösen lässt.
Das alles klingt vielleicht schwer für einen Artikel über Stricken, aber ich finde, es gehört dazu. Nicht um den Tag zu vermiesen, sondern um ihn etwas zu öffnen. Denn ein selbst gestricktes Geschenk kann genauso gut für die Schwester sein, die immer für einen da ist, für die beste Freundin, die einem mehr bedeutet als man je in Worte fassen könnte, oder für die Tante, die einem als Kind das Gefühl gegeben hat, willkommen zu sein.
Muttertag als Anlass zu nehmen, um jemandem eine Freude zu machen, das funktioniert unabhängig davon, wer diese Person ist. Und handgemacht bedeutet, dass man sich Zeit genommen hat. Das ist selten geworden.

Drei Projekte, die noch rechtzeitig zum Muttertag fertig werden
Alle drei Projekte, die ich hier vorstelle, haben eines gemeinsam: Sie lassen sich aus Wollresten stricken, sie sind schnell fertig, und sie sehen dabei nicht nach Schnellschuss aus. Ganz im Gegenteil.
Das Rebellen Tuch: ein Tuch, das wirklich zu Ende gedacht ist
Das Rebellen Tuch ist mein kostenloser Newsletter-Goodie, den ich jedem ans Herz legen möchte, der noch nie ein Tuch gestrickt hat oder das Gefühl hatte, dass Tücher irgendwie immer zu groß, zu schwer oder zu kompliziert geraten. Diese Anleitung funktioniert anders, weil sie nicht einfach eine Maschenzahl vorgibt, sondern erklärt, wie man das Tuch an die eigene Wolle und den eigenen Strickstil anpasst.
Was das zum Muttertag-Geschenk macht: Ein handgestricktes Tuch ist eines dieser Dinge, die man nicht kauft. Man weiß, dass jemand Zeit investiert hat, und zwar für einen ganz allein. Das Rebellen Tuch ist obendrein so gestaltet, dass es auch für Strickerinnen und Stricker mit wenig Erfahrung gut funktioniert, solange man bereit ist, ein bisschen mitzudenken.

Das Scrunchie: klein, schnell, und trotzdem mit echtem Charakter
Scrunchies aus Wollresten sind eines meiner liebsten Last-Minute-Projekte, weil sie so vielseitig sind. Jeder Wollrest sieht als Scrunchie anders aus, je nach Farbe, Struktur und Strickspannung, und genau das macht sie zu echten Einzelstücken. Ein Scrunchie aus selbst gesponnenem oder sorgfältig ausgewähltem Restgarn sagt mehr als ein gekaufter, weil man sieht, dass jemand überlegt hat, was die Person, für die man ihn strickt, schön finden würde.
Zeitaufwand ist überschaubar, die Anleitung unkompliziert, und das Ergebnis ist eines dieser Dinge, die man tatsächlich benutzt. Nicht ins Regal stellt, sondern trägt.
Die vollständige Anleitung zum Scrunchie stricken gibt es hier auf dem Blog: Scrunchie stricken: Die schnelle Last-Minute-Idee aus Wollresten für dein DIY-Geschenk

Die Strickliesel-Schleife als Brosche: oldschool mit neuem Dreh
Wer eine Strickliesel zuhause hat, kann sie für dieses Projekt auf eine Art einsetzen, die die meisten nicht auf dem Schirm haben. Aus der Strickliesel-Schleife wird eine Brosche, die man ans Revers, an eine Tasche oder an einen Schal stecken kann. Das Ergebnis sieht handwerklich aus, weil es das ist, und gleichzeitig überraschend modern, weil eine Brosche als Accessoire gerade wieder sehr präsent ist.
Und ist es nicht verrückt, dass die Strickliesel etwas ist, das wir aus unserer Kindheit kennen? Vielleicht hat unsere Mama uns sogar gezeigt, wie man damit umgeht, und jetzt machen wir daraus ein Geschenk für sie. Full-circle-Moment, würde ich sagen.
Die Anleitung zur Strickliesel-Schleife als Brosche gibt es hier: Strickliesel-Schleife aus Wollresten: ein Oldschool-DIY, das süchtig macht

Ein Gedanke zum Schluss
Handgemachte Geschenke haben einen Ruf, den sie manchmal nicht verdienen. Zu unpraktisch, zu aufwendig, zu sentimental. Aber das Gegenteil stimmt auch: Wer jemandem etwas strickt, hat Zeit investiert, und das ist inzwischen das Seltenste, was man jemandem geben kann.
Diese drei Projekte sind so gewählt, dass sie auch noch in den letzten Tagen vor dem Muttertag zu schaffen sind, ohne dass man dabei in Stress gerät. Und wer damit anfängt und merkt, dass das Stricken etwas ist, das einem mehr gibt als nur ein fertiges Stück, der findet in meinem Newsletter regelmäßig neue Ideen, Techniktipps und Gedanken rund ums Handwerk, ohne Spam, ohne Hustle: Hier geht’s zum Newsletter!
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